Oechsle – Was ist Oechsle und wie wird es im Weinbau verwendet?

Oechsle – Was ist Oechsle und wie wird es im Weinbau verwendet?

Der Begriff Oechsle bezeichnet eine Maßeinheit zur Bestimmung des Zuckergehalts im Most – also im unvergorenen Traubensaft. Sie wird insbesondere im deutschsprachigen Raum verwendet, um den potenziellen Alkoholgehalt und die Reife der Trauben zu beurteilen. Je höher der Oechsle-Wert, desto mehr Zucker ist enthalten – und desto höher ist theoretisch der Alkoholgehalt des späteren Weins.

Die Oechsle-Skala misst das Gewicht des Mosts im Vergleich zu Wasser. Ein Most mit 100° Oechsle ist beispielsweise 100 g schwerer als Wasser pro Liter. Werte von 70–85° sind typisch für einfache Qualitätsweine, während edelsüße Weine wie Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen deutlich höhere Werte von über 120° erreichen können.

Für Winzer ist der Oechsle-Wert ein wichtiges Werkzeug: Er hilft, den idealen Lesezeitpunkt zu bestimmen, die Stilistik des Weins zu planen und gesetzliche Qualitätsstufen einzuhalten. Besonders bei Prädikatsweinen wie Spätlese oder Auslese ist der Oechsle-Wert ausschlaggebend für die Einordnung.

Tipp: Ein hoher Oechsle-Wert klingt gut, doch entscheidend ist die Balance zwischen Zucker, Säure und Aroma. Denn nur dann wird aus süßen Trauben ein wirklich hochwertiger Wein.